Statt Trumps „America first“ jetzt Bidens „Made in America“

Statt Trumps „America first“ jetzt Bidens „Made in America“

Manch einer hatte wohl gehofft, dass sich die protektionistische Wirtschaftspolitik von Donald Trump unter dem neuen Präsidenten Biden deutlich bessern würde. Das war wohl ein Irrtum:

Biden hat bereits wenige Tage nach Amtsantritt verlautet, dass es nicht an der Zeit für eine umfassende Liberalisierung der protektionistischen Handelspolitik ist. Amerika solle wieder die Führungsrolle übernehmen.

Gleich am Montag machte Biden „Nägel mit Köpfen“ und unterzeichnete das „Made in America“- Dekret. Damit werden Bundesbehörden verpflichtet, vorrangig Produkte aus dem eigenen Land zu kaufen. Dadurch soll die heimische Industrie angekurbelt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Geprüft werden soll künftig auch, ob Produkte unter Verwendung von gedumpten oder subventionierten Materialien hergestellt wurden. Ein „Made in America“-Büro soll weitere Maßnahmen erarbeiten.

Auch unter Biden: Die Wirtschaft muss wieder laufen

Bisher kein Wort von Biden, dass er die von Trump verhängten Sonderzölle gegen diverse ausländische Produkte zurückzunehmen will. Betroffen von den Sonderzöllen sind insbesondere Produkte aus Stahl und Aluminium sowie einige Lebensmittelbereiche, für die das US-Geschäft deutlich belastet wird.

Traditionell stehen gerade die Demokraten mehr für Protektionismus als für Freihandel. Auch dürfte Biden eher auf die Gewerkschaften hören, die amerikanische Arbeiter als Opfer der Globalisierung ansehen und Schutzzölle zur Absicherung von Arbeitsplätzen fordern. Auch dürfte sich Biden noch an die TTIP-Verhandlungen erinnern, die in erster Linie am Widerstand Deutschlands gescheitert sind - unter Obama war er seinerzeit maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt.

Ein Standbein in den USA: Unter Biden gibt es dafür jetzt noch mehr Gründe

Wenn deutsche Unternehmen künftig nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen können, bietet sich als Alternative die Gründung eines Tochterunternehmens in den USA an.

Ein US-Tochterunternehmen hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Zollproblematik umgangen wird. Zudem können ggf. staatliche Leistungen aus Bidens geplantem großen Infrastruktur-Investitionsprogramm beansprucht werden.

Die USA waren bereits in der Vergangenheit ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit unternehmerfreundlichem Umfeld. Im Gegensatz dazu steht Deutschland mit immer neuen staatlichen Restriktionen und Auflagen, die Unternehmer das Leben schwer machen.

Günstige Immobilien, ein großes Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften sowie gute Wachstumschancen des US-Markts bieten gerade jetzt zusätzliche unternehmerische Chancen auf der anderen Seite des großen Teichs.

https://www.whitehouse.gov/briefing-room/presidential-actions/2021/01/25/executive-order-on-ensuring-the-future-is-made-in-all-of-america-by-all-of-americas-workers/

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